Nicht wie langwier'ges Uebel nur; Er gährt und wüthet, keine Hülfe findend, Gleich unheilbaren Wunden,
Wenn faulend ſie vereitern, brandig werden Zu ſchwarzem Tode.
Gedanken, meine Quäler, mit tödtlichen Stacheln bewaffnet, zerreißen ſie
Die zarteſten und ſchwächſten Theile, Erregen und entflammen furchtbare
Entzündung, die kein kühlend Kraut,
Noch Heiltrank lindern kann,
Kein Hauch von ſchnee'gen Alpen.
Mich hat der Schlaf verlaſſen, mich hingegeben Des Tods Betäubung, meine einz'ge Hülfe; D'rum dieſe Schwäche, Ohnmacht der Verzweiflung, Und dies Gefühl, daß mich der Himmel aufgab.
Ich war ſein Liebling einſt und ſeine Freude, Sein Auserwählter ſchon vom Mutterleibe, Durch himmliſche Verkündigung, die zweimal Herniederſtieg, vorhergeſagt;
Rein unter ſeinen Augen wuchs ich auf,
Gedieh und wurde ſtark,
Er führte mich zu mächt'gen Thaten,
Weit über Kräfte eines Sterblichen,
Verübet gegen unſere Feind', die Heiden,
Doch jetzt verließ Er mich, wie nie gekannt, Und gab mich hülflos hin den Feinden,
Den grauſamen, die ich auf Sein Geheiß
Zum Kampfe rief. Mit unerſetzbarem
Verluſt des Augenlichts, leb' ich fortan Geſpart, um ihrer Grauſamkeit und Spott
Ein Opfer zu ſein! Auch nicht gehör' ich mehr Zu denen, welche hoffen dürfen:
Alle meine Uebel ſind ja hoffnungslos,
Und nicht zu heilen! Nur die einz'ge Bitte Bleibt mir— o möcht' ſie ſein erhört!— Nicht langes Flehn, ein ſchneller Tod 4
Das Ende aller meiner Leiden und ihr Balſam.


