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eine künſtlich angebrachte Thür entdeckte, welche hinter Epheu und Tannenzweigen ſo geſchickt verborgen war, daß das ſchärfſte Auge ſie nicht ſo leicht aufzufinden vermochte.
Einen Augenblick zögerte der Jüngling und überlegte gegen ſeine ſonſtige Gewohnheit, ehe er ſich entſchloß, in die Geheimniſſe der Wildniß einzudringen. Wilddiebe und verwegene Räuberbanden gehör⸗ ten in jenen Tagen keineswegs zu den ſeltenen Vorkommniſſen und konnten hier, in dieſem abgelegenen Schlupfwinkel ihr Weſen treiben. Es war dahev nicht gerathen, als einzelner Mann ſich tollkühn in eine ſolche Gefahr zu begeben. Auch hatte Thomas öfters von ge⸗ heimen Zuſammenkünften und unerlaubten Verbindungen der mit allzu großem Eifer verfolgten Religionsſekten gehört. Sein Vater ſelbſt, der Präſident von Wales, hatte mehr als einmal von der Regierung den Auftrag erhalten, mit gewaffneter Hand gegen derartige Konven⸗ tikel einzuſchreiten. Es war zuweilen ſelbſt zu blutigen Auftritten ge⸗ kommen, denn die Puritaner, Separatiſten und wie die Leute heißen mochten, ſetzten ſich, wenn ſie zahlreich verſammelt waren, muthig zur Wehre und leiſteten einen verzweifelten Widerſtand. Außerdem gedachte Thomas der harrenden Schweſter, die er unüberlegt ohne jeglichen Schutz allein in dem Walde zurückgelaſſen hatte.
All dieſe Rückſichten hätten ihn vielleicht beſtimmt, umzuwenden und ruhig auf demſelben Wege zurückzukehren, wenn nicht in dieſem Augenblick ihn die mächtigen Klänge eines feierlichen Chorals unwi⸗ derſtehlich gefeſſelt hätten. Es war eine einſache, aber ergreifende Melodie, welche die tiefe Stille wunderbar mit einem Male unter⸗ brach. Athemlos lauſchte er dem erſchütternden Geſang, der gedämpft aus der Ferne zu ihm herüberſchallte. Dieſe Töne ſchienen keinen irdiſchen Lippen, ſondern Geiſterchören zu entſtammen. Unwillkürlich wurde er von ihnen fortgezogen. Mit einem raſchen und entſchloſſenen Griffe öffnete er die geheimnißvolle Thür und ſein Auge überflog das wunderbare Schauſpiel, das ſich ihm plötzlich darbot.


