Aber wunderherrlich, rief mit leuchtenden Augen die ſchöne Alice, welche zwiſchen den beiden Brüdern auf ihrem weißen Damenzelter ritt. Hier möchte ich gleich den ganzen Tag verweilen.
Wie Clelia im Ardennenwald, ſcherzte Thomas. Daran erkenne ich gleich meine liebe Schweſter, die ſtets an ihren Shakeſpeare denkt. Wohlan! ich ſtehe zu Dienſten; laßt uns hier Hütten bauen. Ich werde dein Orlando ſein, wenn unſer melancholiſcher Jaques nichts dagegen hat.
Mit dieſem Namen aus Shakeſpear's„Wie es euch gefällt“ be⸗ zeichnete der heitere Jüngling den ernſteren Bruder, welcher als der Erſtgeborne nach der Sitte des Landes eine gewiſſe Autorität über ſeine jüngeren Geſchwiſter ausübte. Weit entfernt jedoch, von ſeinem Anſehen jetzt Gebrauch zu machen, fügte ſich John ihren Wünſchen, obgleich er durch das Abkommen vom rechten Wege mehr beunruhigt war, als er es ſich merken ließ.. 1
Gut denn! Wenn ihr müde ſeid, ſagte er anſcheinend ſorglos, ſo können wir immerhin noch eine Stunde raſten. Die Sonne ſteht noch hoch und wir werden hoffentlich bald wieder auf die Hauptſtraße kommen. Einſtweilen wollen wir hier unſer Mittagsmahl wie Robin Hood im Freien einnehmen und uns unter den ſchattigen Bäumen lagern.
Geſprochen wie ein Salomo, jubelte der luſtige Thomas. Ich rufe mit Orlando aus: Ich ſterbe faſt vor Hunger, gebt mir Speiſe.
Mit dieſem klaſſiſchen Citate, dem alten wohlbekannten Dichter entlehnt, ſprang der Uebermüthige von ſeinem Roß herab und beeilte ſich der geliebten Schweſter ſeine Dienſte als ihr Stallmeiſter anzu⸗ bieten, während er dem bedächtigeren John die Sorge überließ, die Zügel der Thiere an einen Baumſtamm zu befeſtigen und die mit⸗ gebrachten Vorräthe abzupacken. Die jungen Neiſenden führten keine Diener mit ſich, da ſie zum Schutze für die Schweſter ausreichten und keinen läſtigen Begleiter in ihrer Nähe dulden wollten.
Auf dem weichen, grünen Raſen und unter dem Schatten einer jener uralten Cichen lagerte ſich die fröhliche Karawane, um ihr ein⸗ faches Mahl einzunehmen. Die Brüder hatten für Alicen aus ihren Mänteln einen koſtbaren Sitz bereitet und behandelten ſie überhaupt mit der größten Aufmerkſamkeit. Bei ihrem Benehmen verbanden ſie den Ton der verwandtſchaftlichen Liebe mit jener zarten, damals üblichen
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