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Jeder ist seines Glückes Schmied : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Ein Seil glitt bei dieſen Worten über den Rand des Abgrundes und rollte in die Tiefe hinab. Paul fing es auf, befolgte die Weiſungen ſeines Befreiers, und nach einigen Augenblicken ſtand er tief aufathmend an der Seite Hualpa's, der ihn liebevoll mit den Ar⸗ men umſchlang und an ſeine Bruſt drückte, während ein zweiter Indianer, der alte Huari, zur Seite ſtand und mit Freude und Rührung die gluͤckſtrahlenden Ge⸗ ſichter der beiden Jünglinge betrachtete.

Und Rivero? fragte er endlich.Was ſoll mit ihm geſchehen, Hualpa?«

»Ihn treffe die Vergeltung, die er ſelbſt auf ſein Haupt herabgezogen!« entgegnete der junge Indianer mit finſterem Ernſte.Hinab mit ihm, Huari!«

Rivero lag feſt gebunden, wie vorhin Paul, am Boden des Stollen, und rollte voller Wuth und Ver⸗ zweiflung die Augen. Huari ſchlang ihm das Seil um den Leib, ſtieß ihn über den Rand des Abgrundes, und als er ſo frei in der Luft ſchwebte, zerſchnitt er den Strick, der ſeine Hände feſſelte. Rivero entfernte den Knebel aus ſeinem Munde, der ihn bis dahin am Sprechen verhindert hatte, und ſtieß ein jammervolles, klägliches Geheul aus..

Erbarmen! Erbarmen! rief er.Toͤdtet mich, nur laßt mich nicht verhungern in dieſem Grabe!«

»Kein Erbarmen!« entgegnete Hualpa.Hat er Erbarmen gehabt mit meinem Bruder. Hinab mit ihm!«

Gellend, verzweiflungsvoll, graͤßlich erſchallte das Brüllen des Elenden durch die Gänge der Grube, während Huari allmälig das Seil nachließ, bis der

Verurtheilte auf dem Boden des Schachtes ange⸗ langt war.