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Jeder ist seines Glückes Schmied : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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ſeiner Betäubung wieder wach. Zwar war er an Hän⸗ den und Füßen gebunden, aber er hatte ſeine Zähne, und mit raſchem Entſchluſſe nagte er an ſeinen Feſſeln, wie die Maus, die das Netz des Löwen zernagte. Die Stricke gaben nach, ſeine Arme waren frei, und nun ward es ihm leicht, auch ſeine Füße frei zu machen. Er konnte ſich aufrichten, und umhertappen, um trotz der tiefen Dunkelheit nach einem Fluchtwege aus ſeinem Kerker zu ſuchen.

Vorſichtig griff er an den Wänden herum, bei jedem Schritte erſt prüfend, ob nicht etwa ein Abgrund vor ſeinen Füßen ſich öffne, in den er ſtürzen könne. Keine Gefahr dieſer Art bedrohte ihn, aber zu ſeinem Schmerze mußte er ſich auch überzeugen, daß keine ſeiner ſchwa⸗ chen Hoffnungen beſtätigt wurde. Wohin er taſtete, fand er überall nur den ſtarren Fels, der ſich ringsum gleich einer feſten unüberſteiglichen Mauer ſenkrecht er⸗ hob. Er konnte nicht länger zweifeln, daß er in einen alten Schacht hinabgelaſſen war, den man früher mit Hülfe von Leitern befahren hatte, von welchen Leitern ſich aber jetzt nicht die geringſte Spur mehr vorfand.

Seine ganze Hoffnungsloſigkeit kehrte zurück, und er verſank wieder in ein dumpfes Traͤumen und Grü⸗ beln. Länger als eine Stunde ſaß er auf den Boden gekauert, mit dem Rücken gegen die Wand gelehnt, ohne ſich eines beſtimmten Gedankens bewußt zu wer⸗ den, als ihn plötzlich das Geräuſch von nahenden Schrit⸗ ten und ein ſchwacher Lichtſchimmer, der matt durch die dichte Finſterniß drang, aus der Betäubung ſeiner Ge⸗ fühle in die Höhe ſchreckte.

Wer kommt da? rief er aus.Um Gottes wil⸗ len, iſt es ein Freund?.