Druckschrift 
Jeder ist seines Glückes Schmied : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

9

beſſere Zeiten kommen, Muͤtterchen. Verliere den Muth nicht! Bedenke nur, die niedrigſte Arbeit iſt beſſer, als betteln, ſie ſchändet nicht..

Aber Ernſt und Friedrich, ſie ſind noch nicht ein⸗ mal aus der Schule!« warf die Mutter ein.

Freilich wohl,« antwortete Paul,aber ſiehſt du, Mütterchen, da wir kein Schulgeld für ſie erſchwingen können, müßten ſie doch heraus bleiben, und alſo läßt ſich da weiter nichts ändern. Was ſie jetzt ohne unſere und ihre Schuld verſäumen, können ſie ſpäter immer noch nachholen. Anſtatt ganz müſſig zu gehen, iſt es immer beſſer, ſie arbeiten, und zu dieſer Arbeit reichen ihre Kräfte aus.

Aber Pochjungen! Die Söhne des Bergmeiſters! An der Straße ſitzen, und Erz klopfen! Solche Er⸗ niedrigung iſt hart.

Ei, Mütterchen, warum klagſt du darüber? ſagte Paul.»Arme Leute wie wir haben nicht das Recht, hochmüthig zu ſein, und überdies, ſteht denn nicht geſchrieben, wer ſich ſelbſt erniedrigt, ſoll er⸗ höhet werden! Muth, mein Mütterchen! Die Haupt⸗ ſache iſt, daß die Laſt deiner Sorgen ein wenig erleichtert wird, und daß es zunächſt deinen Kindern geziemt, ſie zu erleichtern. Alles Andere ſoll uns nicht kümmern, wenn uns nur dieſes gelingt!«

Frrau Arnold ergab ſich in die Nothwendigkeit. Freilich war es ein bitterer Schmerz für ſie, ihre Kinder als Pochjungen zu ſehen, nachdem ſie mit ſo großer Aufopferung danach geſtrebt hatte, ihnen den Weg zu einem beſſern und ehrenvolleren Lo u bahnen. Aber es ſollte nicht ſein, dieſe Hoffr ſollte nun einmal vereitelt werden, und in das Unal