kämpft, aber jetzt verläßt mich die Kraft, ich kann nicht mehr!«
„Aber ich, Mutter!« rief Paul aus, der bei dem tiefen Grame der Mutter plötzlich ſeine eigene Betrüb⸗ niß und Niedergeſchlagenheit vergaß und ſich mit einer kräftigen Anſtrengung emporrichtete.„Es iſt wahr, du haſt tapfer gegen das Unglück angekämpft, aber das tapferſte Herz muß zuletzt entmuthigt werden, wenn es kein Ende des bittern Kampfes abſehen und hoffen kann. Arme Mutter!“ fuhr er fort, und umſchlang ſie zärtlich mit den Armen,—„ja, ich habe wohl bemerie, wie du ſeit Jahren dich abmühteſt, um deinen Kindern die treueſte Stütze zu ſein;— aber jetzt iſt's auch genug! Jetzt iſt an uns die Reihe, an uns, deinen Kindern, für die du dich opferteſt! Ernſt, Friedrich und ich, wir drei können arbeiten, und wir werden es! Sei ruhig, Mutter! Bis wieder beſſere Zeiten kommen,
ſollſt du Muße haben, dich zu erholen.“ „Paul, was willſt du thun? Was haſt du im Sinne?“ fragte die Mutter faſt erſchreckt.
„Ich ſage dir's ja, Mütterchen, arbeiten wollen wir, und auch die geringſte Handthierung nicht ſcheuen, da es einmal nicht ſo geht, wie bisher. Pochjungen zum Erzklopfen werden immer gebraucht, und von mor⸗ gen ab werden wir Pochjungen ſein.“
„Du, Paul, du ein Pochjunge, nachdem du bereits Bergknappe geweſen biſt? Nachdem du ſo fleißig ge⸗ lernt und dir gediegene Kenntniſſe erworben haſt? O mein Kind, das wäre traurig!« 5
„Nicht ſo traurig, als dich leiden und vor Gram und Kummer aufreiben ſehen!“ gab Paul hochherzig zur Antwort.„Und außerdem, es werden auch wieder
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