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ſelbſt, das war ihr Wahlſpruch, das war der Leit⸗
ſtern, dem ſie folgte, das der immer wache Gedanke,
der ihr ganzes Weſen beſeelte. Sie arbeitete den ganzen
* Tag, und vergönnte ſich kaum die nöthigſte Zeit zum
Ruhen und Schlafen. Der erſte Strahl der Morgen⸗
ſonne fand ſie ſchon wach und mit regſamen Händen,
und Mitternacht war oft ſchon nahe, wenn ſie den
müden Leib auf das harte Lager bettete. Sie nähte,
ſie ſtrickte, ſie ſtickte, ſie wuſch und glättete, und keine
Arbeit war ihr zu gering, ſie beſchaffte ſie, wenn ſie
nicht ganz und gar uͤber ihre Kraͤfte ging. Dabei mußte
die einfachſte Koſt ihr genügen. Brod, Kartoffeln, ein
wenig Gemüſe, das ſie ſelber in dem Gärtchen hinter
dem Hauſe zog, und ein friſcher Trunk von dem klaren,
hellen Bergwaſſer dazu, das eine nahe Quelle ihr frei⸗
gebig ſpendete,— das war Alles, was auf ihren Tiſch
kam. Von Vergnügungen und Zerſtreuungen war gar
keine Rede. Ihre einzige, aber auch freilich unendliche
und große Freude fand ſie in der Liebe zu ihren Kindern.
Dieſer Quell des Glückes ſprudelte immer friſch aus
dem tiefen Borne ihres mütterlichen, liebevollen und
zärtlichen Herzens, und er würde ſie über alles Andere
getröſtet haben, wenn eben nicht die bange Sorge um
die Zukunft ihrer Theuren geweſen wäre. Aber dieſe
Sorge war freilich ſehr drückend und ſehr ſchwer; denn welche Hoffnung konnte und ſollte ſie hegen, auf deren. Erfüllung ſie vernünftiger Weiſe einmal rechnen durfte? JIetzt waren die Kinder noch klein; das jüngſte erſt drei, Paul, der älteſte Knabe erſt vierzehn Jahr alt,— da koſteten ſie noch nicht ſo viel an Kleidung und Schul⸗ geld! Aber wenn ſie nun größer wurden, wenn ſie lernen ſollten, wenn ſie noch nichts verdienen konnte


