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zur Zeit der Noth. Gott half ihr über die erſten, ſchwerſten Tage der Leiden hinweg, indem Er die Her⸗ zen guter Menſchen rührte, daß ſie der armen Wittwe thatkräftigen Beiſtand leiſteten und dafür Sorge trugen, daß es ihr und den armen, verwaisten Kindern nicht am Nothwendigſten fehlte. Aber freilich war das nur für die erſten Tage, denn reiche Leute gab es nicht viele in der kleinen Bergſtadt, und die Aermeren konn⸗ ten wohl einzelne Opfer bringen, und brachten ſie gern, aber dann mußten ſie auch wieder an die eigene be⸗ ſchränkte Lage und an die Ihrigen denken, und ſo konnte es nicht fehlen, daß die Quelle der Mildthätigkeit, erſt reichlich ſtrömend, allmählig wieder verſiegte, obgleich die herzlichſte Theilnahme, gewiß bei den Meiſten, fort⸗ während blieb. Nun würde es recht ſchlimm um Frau Arnold ausgeſehen haben, wenn ihr nicht wenigſtens noch eine letzte, kleine Hülfsquelle geblieben wäre. Dieſe beſtand in dem Wittwen⸗Gehalt, das ſie aus der Bergamts⸗Kaſſe bezog. Es war freilich nicht viel, Alles in Allem nicht mehr als fünfzig Thaler jährlich, aber es wandte doch die bitterſte Sorge, die alleräußerſte Nahrungsſorge ab, und dadurch war der armen Frau ſchon Vieles geholfen. 84
Freilich von Wohlleben konnte keine Rede weiter ſein! Aber das verlangte auch die brave Frau Arnold nicht; wenn ſie nur überhaupt lebte und ihre Kinder nicht hungern ſehen mußte, ohne ihren Hunger ſtillen zu können.
Nach den erſten Wochen dumpfen und trüben Schmer⸗ zes raffte ſie ſich auf, und traf entſchloſſen die Maß⸗ eegeln, welche ihre ſo ſehr beſchränkte und ärmliche gge erforderte. Da ſie ohnehin die Dienſtwohnung


