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Gruysères zu ihm geſellt hatte, Pottinger, der andere, welcher von der Gegenpart gerichtet ward, ein häß⸗ licher Mann, auf deſſen alterndem Antlitz ſich die Spuren aller Laſter und Leidenſchaften malten, Do⸗ nat von Aarburg. Uebrigens war dieſes Beiſpiel Herrn Schilling ein Wink, ſich ſelbſt nicht lange mehr zwiſchen den ſtreitenden Parteien herumzu⸗ treiben. Er ging nach der Heimath zurück, lebte, von Sibyllens Kloſter unterſtützt und auf geheim⸗ nißvolle Weiſe durch reiche Geſchenke begabt, die aus einer verborgenen Hand floſſen und durch Si⸗ byllens Hand ihm zukamen, noch kurze Zeit und ſtarb endlich, von einem böſen Fieber ergriffen, im Hoſpiz des Urſulinerkloſters unter den Gebeten der Nonnen und in den Armen ſeiner Tochter.
Eines Tages ward dieſe in das Sprachzimmer beſchieden, weil Fremde ſie zu ſprechen wünſchten; ſie kam, eine reich gekleidete, junge Frau flog ihr entgegen und in ihre Arme, ein herrlicher, hochge⸗ wachſener, ſchmucker Mann ergriff ſchweigend ihre Hand und küßte ſie. Niemand ſprach, aber Thrä⸗ nen floſſen. Sibylle, rief endlich die Dame, theuere Sibylle, kennt Ihr mich noch?
Ich kenne Euch, entgegnete die von ſchwarzen Schleiern umhüllte, bleiche Nonne ernſt und gefaßt,


