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ja, Florine, die Heiligen haben unſer Schickſal auf verſchiedene Bahnen geführt. Indeſſen laßt ſie uns preiſen. Ihr ſeid glücklich?
Ich bin es.
Auch ich, ich habe die Welt überwunden, die meine Heimath nicht mehr iſt. O laßt mich Euer Antlitz anſchauen und küſſen, Ihr gleicht dem theueren Todten, den ich dort wiederzuſehen hoffe, bald, ſo Gott will. Dieſer Ritter—?
Ihr kennt ihn nicht?
Wohl!, ich kenne ihn, ſagte Sibylle, leiſe redend, es iſt Victors einſtiger Freund und meines Vaters ſtiller Wohlthäter bis zu ſeinem Tode, Euer Ge⸗ mahl, Florine, den ich nach Victors Abſcheiden für den edelſten und trefflichſten aller Männer er⸗ kläre. O, das Leben iſt doch ſchön, aber der Tod iſt es auch. Verlaßt mich, mein Segen begleitet Euch.
Der Bernſche Feldhauptmann Egon von Stein und ſeine Gemahlin verließen das Kloſter der Urſu⸗ linerinen unter ernſten, aber erhebenden Gefühlen.
Ende.


