meiſterin, erfreute ſich eines ſchon recht derben Knäbleins, deſſen Daſein und Holdſeligkeit ſie mit ſich und ihrem Schickſal verſöhnte und ſie ſo voll⸗ kommen glücklich machte, als ſie nie geglaubt hatte werden zu können. Ihre Leidenſchaft für Egon ver⸗ klärte ſich zu milder Schweſterliebe, ſie hatte jetzt eine vom Himmel geſegnete Leidenſchaft, die ihr liebendes Herz vollkommen befriedigte, die für den kleinen Egon, ihr Kind. Da kam eines Tages die Kunde von dem ſchnell erfolgten Tode des alten Herrn Deleſſers in Lyon, und wenige Tage darauf reiſte Egon, der Rathsknappe, nach Chambery zu Thi⸗ baut, der zu einem ritterlichen und ſchönen Jüng⸗ ling blühend emporwuchs, und von da nach Lyon, um der holden Florine ſein und der Seinigen Bei⸗ leid zu dem erlittenen Verluſte zu bezeigen. Wie ward ihm, ein Kind hatte er Florinen zuletzt ge⸗ ſehen, die lieblichſte, holdſeligſte Jungfrau trat ihm im Palaſte Deleſſers entgegen. Oder vielmehr ſie eilte ihm entgegen und warf ſich, in Thränen aus⸗ brechend, an ſeine Bruſt. Florine ſtand in ihrem ſechs⸗ zehnten Jahre, Egon ſeinem zweiundzwanzigſten Ge⸗ burtstage nahe, er war ein ſtarker, ritterlicher Jüng⸗ ling, ſie die ſchönſte Jungfrau, noch immer in der holden Züchtigkeit und lebensvollen Anmuth des
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