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war nun bei Schilling nicht der Fall, aber er hatte noch Geld und überdieß die Ausſicht, deſſen bald mehr zu erhalten; er ſchloß daher mit einem eben geſchäftsloſen Ritter einen Vertrag, warb durch ihn Söldlinge, was in dem menſchenvollen Schwaben nicht ſchwer hielt, um mit dieſer Schaar Streifzüge und Verwüſtungen im Berner Gebiet vorzunehmen und ſich für den ihm zugefügten Schaden möglichſt zu rächen. Jeder Berner war von nun an ſein Todfeind und das Recht des Krieges zwiſchen bei⸗ den Parteien erlaubt und eingetreten. Dieſe Ge⸗ nugthuung ward Herrn Schilling zu Theil, aber bald mußte er die Erfahrung machen, daß ſein Rottenführer, Hans Pottinger genannt, ſammt ſei⸗ ner Schaar angeworbener Söldlinge unerſättlich war und den Reſt ſeines Vermögens vollends zu ver⸗ ſchlingen drohte. So ſtanden die Sachen mit dem Kaufmann— nicht zum Beßten eben, als ſehr zu rechter Zeit der Abgeſandte ſeines Gläubigers von Oltingen mit der ihm ſchuldigen Summe in Rott⸗ weil eintraf, geleitet von mehren wohlbewaffneten, reiſtgen Knechten, deren Bedeckung auf der Reiſe auch einige Mal nöthig und heilſam geweſen war. Schilling erhielt ſein Geld nebſt Zinſen wohlge⸗ zählt überantwortet, ſtellte auch einen Empfang⸗
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