Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
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ſeines lieben Thibaut und ſo ſehr dieſer um ſeine Begleitung bat, ſo mußte er ſich doch dieſes Ver⸗ gnügen verſagen, denn eine ernſtere Pflicht rief ihn wo anders hin. Er hatte verſprochener Maßen eine bedeutende Geldſumme, die Schuld ſeines Va⸗ ters, an Schilling nach Deutſchland zu ſchaffen, nach einem Städtchen in Schwaben, wohin der ſtrenge Gläubiger verlangte, daß man ihm ſein Capital liefere. Schilling hatte indeß vor dem Reichsgericht zu Rottweil geklagt, und es war ein Urtheil erfolgt, die Berner ſollten ihm die geraubten Waaren wieder erſtatten, worauf jedoch der hohe Rath eben ſo wenig Rückſicht zu nehmen Luſt be⸗

zeigte wie auf die früheren vom Kaufmann gethanen

Schritte, wieder zu ſeinem Gut zu gelangen, in⸗ dem er zur Antwort gab, er kenne kein fremdes Gericht über ſich an. Da ſchwor Schilling im Gefühle ſeiner Kränkung allen Bernern Rache und Feindſchaft und ſuchte ihnen ſo viel Schaden und Nachtheil zuzufügen als möglich. Die Sitte der Zeit erlaubte dieß, denn es war keineswegs ſelten, daß einzelne Perſonen ganzen Bürgerſchaften die Fehde ankündigten; aber freilich mußten ſie dazu Macht und Mittel beſitzen und über kleinere oder

größere Streitkräfte gebieten können. Letzteres