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wieder drei Sproſſen höher auf ſeinem Balken empor, und ſeine Tatze wird immer mächtiger.
In dieſer Vorausſetzung hatte der alte, kluge Rathsſchreiber Recht. Joinville, wohl gepflegt, blieb in der Gefangenſchaft und mußte jedwedes Frie⸗ denspact, das ihm vorgelegt ward, gut heißen, auch die Beſtimmungen über ſeines Mündels nächſte Zukunft, welche der hohe Rath von Bern dictirte. Ihnen zufolge ſollte Ritter von Rinkenberg, der ſein Amt als Feldherr nunmehr wieder abgeben
durfte, und einer der Junker von Stein, entweder
Vater oder Sohn, nebſt anſehnlichem Gefolge den jungen Grafen von Gruyères nach Chambery, der Hofſtadt ſeines höchſten Lehensherrn, des Grafen Anton von Savoyen, geleiten. Daß der mäch⸗ tige Graf, ein geachteter und beliebter Herr, weit und breit die nöthige Sorgfalt für die fernere Er⸗ ziehung eines ſeiner reichſten und fürnehmſten Va⸗ ſallen haben würde, ließ ſich nicht allein mit Si⸗ cherheit erwarten, ſondern es war auch im Frie⸗ denstractat bedingungsweiſe aufgeführt und unter Aufzählung der Joinville'ſchen Treuloſigkeit gegen ſeinen Mündel Jenem zur Pflicht gemacht.
So gern Egon die Reiſe nach Savoyen ein
zweites Mal gemacht hätte und zwar in Geſell⸗


