Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
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Ihr das, Junker? Freilich hier in Oltingen, in Aarburg, und ſelbſt in Solothurn ſieht man der⸗ gleichen Halsketten nicht! Machen doch d'Lüt viel Rühmens von Genf; was mich betrifft, hab's nie geſehen. Ihr aber, liebenswerther Junker, ſeid allzu gütig, allzu großmüthig gegen mein Weiblein.

So ſprach der gute Rüſtmeiſter, ſchwankend zwiſchen eiferſüchtelndem Groll und geſchmeichelter Eitelkeit, die ſich in Marien ſelbſt geehrt ſah; Frau Hedwig gab ihm nicht Unrecht, vorzüglich in dem, was ſeine letzten Worte beſagten. Egon entſchuldigte ſich bei der Mutter und den kleineren Geſchwiſtern, daß er nicht auch ihnen ein Andenken von ſeiner wälſchen Reiſe mitgebracht habe, mit dem geringen Beſtande ſeiner Caſſe, der ihnen Allen ja kein Geheimniß war, und dann ging man fröhlich und wohlgemuth zu Tiſche, an welchem die Beſchenkte ihren Platz neben dem Geber erhielt. Marie ſchien dieſen ihren von Allen beneideten Ehrenplatz doch nicht ſehr zu würdigen; wenigſtens war ſie durch ihn und durch das Geſchenk, welches ſie ſchmückte, nicht eben zu Hei⸗ terkeit und Freude angeregt, ſondern einſilbig und zerſtreut und mußte ſich mehrmals von ihrem Gatten ſelbſt darüber bereden laſſen. Herr Wilibald brachte mit gefülltem Pokal ſeines Erſtgeborenen Geſund⸗