Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſchmückt und ſtand, hoch erröthend und erbleichend in ſchnellem Wechſel, vor dem Vetter da. Faſt war ſie nie ſchöner geweſen. Egon erkannte das, nund ſchnell den einen Arm um ſie ſchlingend, zog er ſie ſanft an ſich, hauchte einen Kuß auf ihre Stirn und bat: Aber nicht mehr böſe, Marie, nicht mehr zürnen mit dem Knaben Egon! Zürnſt Du auch mit den Vettern Rudi und Seppi, wenn die Buben einmal ungeſtüm waren? 4 Hoho, Junker, rief Kunibert und ſchob ſich zwiſchen ſein Weib und den Vetter, das iſt von Ueberfluß. Mit Gunſt, laßt ſie gefälligſt los und ſeid ohne Sorgen. Sie ſoll Euch nicht mehr zürnen, ich will ihr ſchon zureden; nur bemüht I Euch nicht weiter. Aufrichtig geſagt, auch ich finde dieſen Zorn Mariens gegen Euch ſeltſam, ja kindiſch. Noch mehr als das, fiel die Amtmännin ein. Verlaßt Euch darauf, es ſoll anders werden, geſtrenge Frau. Edler Junker, ich ſage Euch, es ſoll anders und ihr Gemüth gegen Euch ſo blank werden, wie der Harniſch, den ich putze. Aber Mordelement, iſt das ein fein Ding! fuhr er fort, des Junkers Geſchenk näher betrachtend, und wie es der Frau Rüſtmeiſterin ſteht. Laßt doch ſchauen, Marie, heiliger Nicolaus! und in Genf kauftet

6