Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
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mich um das Glück und die Ehre gebracht, ihr am Hochzeitstage den heiligen Myrtenkranz auf das Haupt ſetzen zu dürfen. Sie hat Zucht und Tu⸗

gend verleugnet, gleichviel mit wem und daß der

Verführer ihr künftiger Gatte ſelbſt war. Wie kann ſie, mit ſolcher Schuld belaſtet, noch ſtolz und kalt ſein gegen ihren Vetter Egon, der noch ſo rein da ſteht, ja, mit ihr verglichen, ein wahrer Engel iſt? Sie verdient, bei Licht betrachtet, das Geſchenk gar nicht, welches er ihr zugedacht, nicht ſeine freundliche Anſprache. Mein herrlicher Sohn hat ſich gede⸗ müthigt vor dieſer Stolzen und Kalten, und im Grunde iſt ihr Platz zu ſeinen Füßen; nicht er hat ihr Unrecht abzubitten und ihre Verzeihung zu er⸗ flehen, wie er gethan hat, nein ſie die ſeinige, die Huld ſeines reinen Auges, die Gnade ſeiner Zuneigung.

So grübelte Frau Hedwig vor ſich hin, als Marie mit ihrem Gatten eintrat, und dieſe Betracht⸗ ungen waren eben nicht geeignet, den Empfang des rüſtmeiſterlichen Paares von Seiten der Hausfrau herzlicher zu machen; im Gegentheil zeigte ſich die Baſe ziemlich kühl, und es lag ein ungütiger Aus⸗ druck in ihrem Lächeln, was aber jetzt nicht weiter beachtet ward und nun vollends wirkungslos