Teil eines Werkes 
2. Theil (1849)
Entstehung
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ich habe eine ſchöne Laube dort angelegt, die eine herrliche Ausſicht auf die Berge, auf den Fluß und die Heerſtraße hat; dort, Marie, ſollſt Du dem Spröß⸗ ling unſerer Ehe und Liebe die erſten Kinderſchritte lehren, bis ich ihn in den Waffen unterweiſe, wenn es ein Bube iſt. Gelt, es wird ein Bube ſein, Weibchen?

Marie blickte beſchämt zu Boden und wandte ſich, von der unzarten Andeutung gekränkt, ab.

Junge Frau, fuhr Kunibert fort, Du weißt, daß ich Dich lieb habe, aber Eins mußt Du mir vermeiden, wenn Du verhüten willſt, daß wir Zwiſt bekommen; Du mußt Dich weniger zimper⸗ lich gehaben. Sag' mir doch Einer. Iſt ſie doch roth geworden bis an das Ohr, weil ich von un⸗ ſerer künftigen Nachkommenſchaft ſprach, die, Dank den Heiligen, auf dem beßten Wege iſt! Darüber erröthet höchſtens ein ſechzehnjähriges Dirnlein. Wir, Marie, haben die Kinderſchuhe ausgetreten,

denke ich. Komm! den Kopf in die Höhe, Dein

Mann will kein finſteres Geſicht, ſondern einen Schmatz. Marie, obgleich zürnend über dieſes Benehmen des Gatten, das allerdings an die Gränzen der Rohheit ſtreifte, gehorchte doch, und ſchon waren