Verwandten, welche ſie damit ſchmückte, auffallen.
Maria vor der gütigen Pflegemutter und Baſe, Frau Hedwig von Stein, und neigte ihr Haupt zur Empfangnahme des goldenen Reiſes, das für jede Jungfrau ſo bedeutungsvoll und für die mei— ſten ſo erwünſcht, gewiſſermaßen das Ziel alles ihres Strebens iſt; weiße Gewänder umfloſſen ſie nebſt einem Schleier von Spitzen, der ſich auf ihrem Haupte theilte und von beiden Seiten auf ihre Ge⸗ ſtalt herabfiel. Der Kranz, den Frau Hedwig nun mit vieler Vorſicht aus einer Schachtel nahm, ſollte das Ganze des hochzeitlichen Schmuckes vollenden, der in Allem ſo beſchaffen war, wie er einer adeligen, doch nicht mit Glücksgütern reich ausgeſtatteten Braut geziemte. Es hätte auffallen können, daß bei dem Geſchmücktwerden mit dem lebensfriſchen Reis der Myrthe, die ſonſt die ſchönere Blüthe der Freude und Geſundheit zu empfangen pflegt, dieſe letztere auf den Wangen Fräulein Mariens fehlte. Ihr Antlitz mar vielmehr ſchneeweiß wie ihre Ge⸗ wänder, und hatte ſchon den ganzen Tag über ihre Stille und Bläſſe ſämmtliche Jungfrauen der Burg, ihre Geſpielinnen, mit Befremden und Erſtaunen erfüllt, ſo mußte das leiſe Zittern Mariens bei Empfang des Brautkranzes jetzt nothwendig ihrer


