Teil eines Werkes 
18. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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Als der ſchwäbiſche Bund Würtemt derg wieder er⸗ obert hatte, richtete er ſei degierung wieder ein und beherrſchte das Land wieder wie im Sommer 1519. Die Anhänger des vertriebenen Herzogs mußten Ur⸗ fehde ſchwören und wurden auf ihre Burgen verwieſen. Georg von Sturmfeder und ſeine Lieben, die dieſes Schickſal mit betraf, lebten zurückgezogen auf Lichten⸗ ſtein, und Marien und ihrem Gatten ging in ihrem ſtillen häuslichen Glück ein neues Leben äuf.

Noch oft, wenn ſie am Fenſter des Schloſſes ſtan⸗ den und hinabſchauten auf Würtembergs ſchöne Flu⸗ ren, gedachten ſie des unglücklichen Fürſten, der einſt hier mit ihnen auf ſein Land hinabgeblickt hatte; und dann dachten ſie nach über die Verkettung ſeiner Schick⸗ ſale, und wie durch eine ſonderbare Fügung auch ihr eigenes Geſchick mit dem ſeinigen verbunden war; und wenn ſie ſich auch geſtanden, daß ihr Glück vielleicht nicht ſo frühe, nicht ſo ſchön aufgeblüht wäre ohne dieſe Verknüpfung, ſo wurde doch ihre Freude durch den Ge⸗ danken getrübt, daß der Stifter ihres Glücks noch im⸗ mer ferne von ſeinem Lande, im Elend der Verban⸗ nung lebe. Erſt viele Jahre nachher, gelang es dem Herzog, Würtemberg wieder zu erobern. Doch als er, geläutert durch Unglück, als ein weiſer Fürſt zurück⸗ kehrte, als er die alten Rechte ehrts und die Herzen ſei⸗ ner Bürger für ſich gewann, als er jene heiligen Leh⸗ ren, die er in fernem Lande gehört, die ſo oft ſein Troſt in einem langen Unglück geworden waren, ſei⸗ nem Volke predigen ließ, und einen geläuterten Glau⸗ ben mit den Grundgeſetzen ſeines Reiches verband, da