Teil eines Werkes 
18. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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Ich trug nur eine Farbe, mein väterlicher Freund, entgegnete der junge Mann, indem er in die Augen ſeiner ſchönen Frau und auf die Feldbinde niederſah, die ſeine Bruſt umzog;nur eine, und dieſer blieb ich treu.

Wohlan! ſo halte ferner nur zu ihr; ſagte Frondsberg, und reichte ihm die Hand zum Abſchied. Lebe wohl! Die Pferde harren vor dem Zelt; brin⸗ get Eure Gefangenen ſicher auf die Veſte, ſchöne Frau, und gedenket huldreich des alten Frondsberg.

Marie ſchied von dieſem Edlen mit Thränen in den Augen, auch die Männer nahmen bewegt ſeine Hand,

denn ſie wußten wohl, daß ohne ſeine Hülfe ihr Ge⸗

ſchick ſich nicht ſo freundlich gewendet hätte. Noch lange ſah ihnen Georg von Frondsberg nach, bis ſie an der

äußerſten Zeltgaſſe um die Ecke bogen.Er iſt in gu⸗

ten Händen, ſagte er dann, indem er ſich zu Breiten⸗ ſtein wandte,wahrlich, der Segen ſeines Vaters ruht auf ihm.Ein gutes, ſchönes Weib und ein Erbe, wie wenige ſind im Schwabenland.

Ja, ja! erwiderte Hans von Breitenſtein,ſei⸗ ner Klugheit und Vorſicht hat er es nicht zu danken; doch wer das Glück hat, führt die Braut heim; ich bin fünfzig alt geworden und gehe noch auf Freiersfüßen⸗ Ihr auch, Herr Dieterich von Kraft, nicht wahr?

Mit Nichten und im Gegentheil, ſagte dieſer, wie aus einem Traum erwachend;wenn man ein ſolches Paar ſieht, weiß man, was man zu thun hat. In dieer Stunde noch ſetze ich mich in meine Sänfte, reiſe nach Ulm und führe meine Baſe heim; leht wohl Ihr Herrn.