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dürfen, denn ſie blickte läng Phinüber nach jener Seite, woher er kommen mußte.„Er kommt, er kommt,“ hörte ſie ihre Nachbarn flüſtern;„der iſt's in dem weißen Kleid, mit dem blauen Mantel, er geht gerade vor dem Herzog.“ Sie ſah ihn, nur einen Blick warf ſie nach ihm hin, und wagte dann nicht mehr aufzu⸗ blicken; die tiefe Röthe ihrer Wangen verſchwand, als er vorüberging, ſie zitterte, eine Thräne fiel herab auf das rothe Mieder; jetzt war er vorüber, jetzt hob ſich das Köpfchen wieder ein wenig auf und ſandte ihm einen Blick nach, der mehr auszudrücken ſchien, als die reine Bewunderung oder das Staunen der Neugierde.
Als der Zug vorüber war, drängten ſich die Zu⸗ ſchauer mit Ungeſtüm zu den Kirchthüren, und in einem Augenblick war der Platz, der noch kurz zuvor den Anblick einer bunten wogenden Menge dargeboten hatte, wie ausgeſtorben. Die runde Frau blickte noch immer ſtaunend den ſchönen geputzten Stadtjungfern nach, welche mit ihren brocatenen Hauben und gold⸗ geſtickten Miedern, mit ihren feinen langen Röͤcken, an welchen man nur um den Hals und Buſen den Zeug allzuſehr geſpart zu haben ſchien, in der Bauers⸗ frau mächtige Sehnſucht nach ſolcher Pracht und Herr⸗
liichkeit erweckt hatten.
8 8¾ Als ſie ſich umwandte, erſchrak ſie nicht wenig,
henn ihr holdes Kind hatte das blühende Geſichtchen vie Hände verborgen und weinte. Sie konnte nicht
begreifen, was dem Mädchen begegnet ſein könne, ſle
faßte ihre Hand, zog ſie herab von den Augen—
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