ſie weinte bitterli hoſt denn, Bärbele,“ fragte ſie halb unmuthig, doch nicht ohne Theilnahme, „was heulſcht denn? Höſt's denn et g'ſeha? Gang, ¹s iſt jo a Schand! Wenn's jo ebber ſieht; ſo ſag’ no, worum Du heulſcht?“
„J wois et, Muater!“ flüſterte ſie, indem ſie ver⸗ geblich ihre Thränen zu bezwingen ſuchte.„Es iſt mer ſo weh im Herz drin, i wois et worum.“
„Laß jetzt bleiba, ſag⸗ e! Komm, ſonſt kommemer Pſpot in d'Kirch. Hairſch, wie ſe muſieiret und ſinget? Komm, ſonſt ſehe mer nex mai!“ Die Frau zog bei dieſen Worten das Mädchen nach der Kirche. Bärbele folgte, ſie bedeckte die Augen mit der weißen Schürze, um nicht den Stadtleuten zum Geſpötte zu werden; aber die tiefen Seufzer, die ſich aus ihrer Bruſt her⸗ aufſtahlen, ließen ahnen, daß ſie einen tiefen Schmerz
vergeblich zu unterdrücken ſuche. Die Orgel ſchwieg,
der Chorgeſang verſtummte, als ſie an der Kirchthüre anlangten. Die Einſegnung des ſchönen Paares mußte in dieſem Augenblicke beginnen. Aber vergebens ſuchte die runde Frau durch die dichten Reihen zu dringen, welche die Thüre füllten; ſie wurde, ſo oft ſi ſie ſich in einen freien Raum zu ſchieben ſuchte, unwillig und mit Scheltworten zurückgeſtoßen.
„Komm, Muater!“ ſprach das Mädchen.„Mer wellet hoim; mer ſent arme Leut, uns laſſet ſe et in d'Kirch; komm hoim.“
„Was? D'Kircha ſind für älle Leut etſchaffe, au für d'Arme. Wia, ihr Herra, leut es e biule do nei. Mer ſehet jo gar nex.“
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