Teil eines Werkes 
18. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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Tage einen neuen Zauber verliehen, der ſo mächtig wirkte, daß Georg einige Momente ſeine Braut ver⸗ wunderungsvoll betrachtete und ſein Herz ſich ſtolzer hob, im Gefühle, dieſes liebliche Kind ſein nennen zu dürfen.

Jetzt kam auch der Herzog, der den Ritter von Lichtenſtein an der Hand führte. Er muſterte mit ſchnellen Blicken den reichen Kreis der Damen, und auch er ſchien ſich zu geſtehen, das Marie die Schönſte ſei.Sturmfeder! ſagte er, indem er den Glücklichen auf die Seite führte,dies iſt der Tag, der Dich für Vieles belohnt. Gedenkſt Du noch der Nacht, wo Du mich in der Höhle beſuchteſt und nicht erkannteſt?

Damals brachte Hans, der Pfeifer, einen guten Trink⸗

ſpruch aus:Dem Fräulein von Lichtenſtein! Möge ſie blühen für Euch! Jetzt iſt ſte Dein, und was nicht minder ſchön iſt, auch Dein Trinkſpruch iſt er⸗ füllt: wir ſind wieder eingezogen in die Burg unſerer Väter.

Möge Euer Durchlaucht dieſes Glück ſo lange genießen, als ich an Mariens Seite glücklich zu ſein hoffe. Aber Eurer Huld und Gnade habe ich dieſen ſchönen Tag zu verdanken, ohne Euch wäre vielleicht der Vater

Ehre um Ehre, Du haſt uns treulich beigeſtanden, als wir unſer Land wieder erobern wollten, drum ge⸗ bührte es ſich, daß auch wir Dir beigeſtanden, um ſie zu beſitzen. Wir ſtellen heute Deinen Vater vor, und als ſolchen wirſt Du uns ſchon erlauben, nach der Kirche Deine ſchöne Frau auf die Stirne zu küſſen.