ſtattlichen Hochzeitſchmuck anlegen wollen? Pfui, das paßt nicht zuſammen, lieber Vetter.“
Der Bräutigam betrachtete die Schärpe mit inni⸗ ger Liebe.„Das verſteht Ihr nicht,“ ſagte er,„wie gut ſich dies zum Hochzeitgewande ſchickt. Es iſt ihr erſtes Geſchenk; ſie flocht ſie heimlich bei Nacht auf ihrem Kämmerlein, als ihr die Kunde kam, daß ſie bald ſcheiden müſſe. Sie hat manche Thräne hinein⸗ gewoben, hat das Gewebe oft an die Lippen gedrückt,
drum ward es mir eine Zauberbinde und meinen Augen ein Troſt, wenn ich im Unglück auf die Bruſt hernieder ſah. Sie darf nicht fehlen, dieſe Binde; hat ſie die Noth mit mir getragen, ſo ſei ſie mir ein heiliger Schmuck am Tage des Glückes.“
„Nun, wie Ihr wollt, haͤngt ſie in Gottes Namen um; jetzt noch das Baret aufgeſetzt und ſchnell den Mantel umgehängt, ſie läuten ſchon das Erſte drüben in der Kirche. Sputet Euch, laſſet das Bräutlein nicht ſo lange warten!“
Der Rathsſchreiber ſtellte ſich noch einmal vor den jungen Mann und muſterte mit ſtrengen Kenneraugen ſeinen Anzug. Er zog dort eine Spange ſchärfer an, er verwiſchte dort eine Falte, ſteckte hier eine Feder höher, und immer zufriedener wurden ſeine Blicke. Er geſtand ſich, daß der große, ſchlanke junge Mann, ſein ſchöner Kopf, die klaren, muthigen Angen ganz des lieblichen Bäschens würdig ſeien.„Weiß Gott,“ ſagte er,„Ihr ſehet aus, Vetter, als wäret Ihr von unſe⸗ rem Herr Gott gerade zum Hochzeiter erſchaffen wor⸗
den. Es iſt mir lieb, daß Euch heute Bertha nicht 4


