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„Das iſt Euer altes Lied, H. Ihr Euch noch, wie Ihr damals in Ulm groß thatet mit Eurer Politika, und wie Ihr regieren wolltet in Wür⸗ temberg? Wie iſt es denn jetzt?“
„Iſt nicht Alles eingetroffen?“ erwiderte der Raths⸗ ſchreiber mit weiſer Miene.„Weiß noch wie heute, daß ich prophezeite, die Schweizer ziehen heim, die Landſchaft werden wir für uns gewinnen, und die Burgen werden wir einnehmen.“*
„Ja, ja! Ihr habt ſie erobern helfen,“ lachte Georg,„ſeid ja in einer Sänfte zu Feld getragen worden; aber damals ſagtet Ihr auch, der Herzog werde nie zurückkehren, und jetzt ſitzt er ganz warm
und ruhig hier.“
„Nicht ſo ruhig als Ihr glaubt. Zwar ich wollte ihm und Euch wünſchen, er behielte ſein Land; uns hat es doch nichts genützt, die großen Herren nehmen Alles für ſich, an unſer einen kam nichts als etwa die Ehre, für den Bund geköpft zu werden; möchte es ihm wohl gönnen; aber— glaubet mir, es ſieht nicht ſo ruhig aus, als man hier meint. Die vertriebenen Räthe haben von Eßlingen aus an den Kaiſer und das Reich geſchrieben und geklagt, der Bund iſt wieder
Lauf den Beinen; bei Ulm ſteht ſchon wieder ein
neues Heer.“
„Gerede, nichts weiter; ich weiß gewiß, daß der Herzog ſich mit Baiern verſöhnen wird.“
„Ja will, aber nicht verſöhnen wird. Das hat noch manchen Haken. Aber was ſehe ich? Ihr werdet doch nicht den alten Fetzen von einer Feldbinde zu dem


