Teil eines Werkes 
18. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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zum Fenſter hinaus, ſtatt Euren Anzug zu be⸗ ſorgen?

Dort liegt der ganze Staat, erwiderte Georg lächelnd.Baret und Federn, Mantel und Wamms, alles aufs Schönſte zuberettet, aber Gott weiß, ich habe noch nicht daran gedacht, daß ich dieſes Flitterwerk an mich hängen ſolle. Dies Wamms iſt mir lieber als jedes ſchöne neue. Ich hab es in ſchweren, aber dennoch glücklichen Tagen getragen.

Ja, ja! Ich kenne es wohl: das habt Ihr bei mir in Ulm getragen, und es iſt mir noch wohl erinner⸗ lich, wie Euch Bertha in dieſem blauen Kleid abſchil⸗ derte, daß ich recht eiferſüchtig ward. Aber Flitterwerk nennt Ihr die Kleider da? Ei, der Tauſend! hätte ich nur mein Lebenlang ſolche Flitter. Ha, das weiße Gewand, mit Gold geſtickt, und der blaue Mantel von Sammt! Kann man was Schöneres ſehen? Wahrlich, Ihr habt mit Umſicht ausgewählt, das mag trefflich ſte⸗ hen zu Euren braunen Haaren.

Der Herzog hat mir es zugeſchickt, antwortete Georg, indem er ſich ankleidete,mir wäre Alles zu koſtbar geweſen.

p Jſt doch ein prächtiger Herr, der Herzog, und jetzt erſt, ſeit ich einige Zeit hier bin, ſehe ich ein, daß man ihm bei uns in Ulm zuviel gethan hat. An einem ſolchen Hofe iſt es doch was Anderes als in den Städten. Und Herzog von Würtemberg klingt auch ſchöner, als Bürgermeiſter von Ulm. Und doch möcht ich nicht in ſeiner Haut ſtecken. Ihr werdet ſehen, Vetter, es eht noch einmal bergab mit ihm.