ſchmerzlichen Abſchied von der Geliebten hinbrachte, wo er auf lange, vielleicht auf ewig verloren glanbte, was heute auf ewig ſein werden ſollte. Jedes Wort der Geliebten kehrte wieder in ſeiner Erinnerung, und er mußte aufs Neue ihre hohe Zuverſicht, ihren ſchönen Glauben an ein gütiges Geſchick bewundern, den ſie auch damals, wo die Zukunft mit einem düſteren Schleier verhüllt, und keine Ausſicht, keine Hoffnung mehr war, nicht verlor, den ſie mit dem letzten Abſchiedskuſſe auch ihm mitzutheilen wußte.
„Er bat uns nicht gelogen, dieſer Glaube,“ ſprach
der junge Mann von der Erinnerung bewegt zu ſich;
„es lebt eine heilige, ahnungsvolle Stimme in ihrer
reinen Seele, und ihr klares Auge, das in dem meini⸗ gen die Gewißheit meiner Liebe las, tauchte auch da⸗ mals tief in die Zukunft und verkündete Glück, es wird ſie auch jetzt nicht täuſchen, wenn es ein ſüßes, unge⸗ ſtörtes Glück in unſerer Verbindung liest.“
Ein beſcheidenes Pochen an der Thüre unterbrach die lange Gedankenreihe, die ſich an den heutigen Tag knüpfen und in die ferne Zukunft hinausziehen wollte. Es war Herr Dieterich von Kraft, der ſtattlich ge⸗ ſchmückt zu ihm eintrat. —„Wie?“ rief dieſer Schreiber des großen Rathes zu Ulm, und ſchlug voll Verwunderung die Hände zu⸗ ſammen.„Wie? In dieſem Wamms wollet Ihr Euch doch hoffentlich nicht trauen laſſen? Es iſt ſchon neun Uhr, die Gänge und Treppen des Schloſſes wimmeln von Hochzeitgäſten, die von Sammt und Seide glänzen,
und Ihr, die Hauptperſon im Stück, ſchauet ruhig


