men Speiſen zu laben. Er mochte ſich noch aus der jüngſten Vergangenheit der Opfer erinnern, die ihm der Bräutigam gebracht hatte, er zeigte auf glänzende Art, wie er Treue, Aufopferung und Liebe, die ſich ihm ſo ſelten bewährt hatten, zu vergelten wiſſe. Der Ritter und ſeine Tochter waren bisher noch immer ſeine Gäſte im Schloß zu Stuttgart geweſen, jetzt ließ er ein ſchönes Haus nächſt der Collegiaten⸗Kirche mit neuem Hausgeräth verſehen, und übergab am Vorabend der Hochzeit den Schlüſſel dem Fräulein von Lichtenſtein, mit dem Wunſche, ſie moͤchte es, ſo oft ſie in Stutt⸗ gart ſei, bewohnen.
Und jetzt endlich war der Tag gekommen, welchen Georg oft in ungewiſſer Ferne, aber immer mit gleicher Sehnſucht geſchaut hatte. Er rief ſich am Morgen die⸗ ſes Tages das ganze Leben ſeiner Liebe zurück; er wun⸗ derte ſich, wie Alles ſo ganz anders gekommen war, als er ſich gedacht hatte. Wie hätte er, als er damals durch den Schönbuch nach der Heimath zog, denken können, daß das Glück, die Geliebte ganz zu beſitzen, nicht mehr ſo ferne liegen werde, als er fürchtete. Wie hätte er, als er ſich an das Bundesheer anſchloß, ahnen können, daß der Herzog, welchen er zu bekriegen kam, ſein Glück gründen werde. Mit welch heiterer Ruhe dachte er jetzt an die Stürme jener Tage zurück, wo es ihm zuerſt wieder möglich geworden war, der Ge ein Wörtchen der Liebe zuzuflüſtern, wo er die Se kunde vernahm, daß ihr Vater, ein Feind d ſie mit ſich hinwegführen werdez wo er in Garten die unglücklichſte Stunde ſeines Le


