nicht einer gewohnlichen Verſammlung, ſondern einer Auswahl aus den ſchönen Frauen des Landes glich.
Tänze und Ritterſpiele waren in ihre alten Rechte eingeſetzt worden. Feſt drängte ſich an Feſt, und Ule⸗ rich ſchien eifrig nachholen zu wollen, was er in der Zeit ſeines Unglücks verſäumt hatte. Keines dieſer ge⸗ ringſten Feſte war die Hochzeit Georgs von Sturmfeder mit der Erbin von Lichtenſtein.
Der alte Herr hatte ſich lange nicht entſchließen kön⸗ nen, ſein Wort zu halten. Nicht, daß er die Wahl ſei⸗ ner Tochter mißbilligt hätte, denn er liebte ſeinen Ei⸗ dam väterlich; er ſah in ihm ſeine eigene Jugend wie⸗ der aufblühen, er ſchlug ihm ſeine freiwillige Verban⸗
nung mit dem Herzog hoch an: Ader wie der Horizont von Ulerichs Glück, ſo war auch die Stirne des alten Mannes noch immer umwölkt, denn er ahnte, daß es nicht ſo bleiben werde, wie es jetzt war, und tief ſchmerzte es ihn, daß der Herzog in ſo mancher wichti⸗ gen Angelegenheit von ſeinem Rath nicht Gebrauch machte, ſondern Alles heimlich mit ſeinem Kanzler ab⸗ handelte. So hatte er unſchlüſſig und betrübt dieſen Tag der Freude immer hinausgeſchoben, aber die ſchö⸗ nen Augen ſeiner Tochter, in welchen er oft einen leiſen Vorwurf zu leſen glaubte, Georgs Bitten nöthigten ihm endlich einen beſtimmten Termin ab. Der Herzog ließ es ſich nicht nehmen, die Hochzeit auszurichten. Er mochte ſich jener Nächte erinnern, wo der Vater nicht müde ward, ihm ſeine Anhänglichkeit zu bezeugen, wo die zarte Tochter keinen Sturm, keine Kälte ſcheute, um ihn am Burgthor zu empfangen, um ihn mit war⸗


