VI.
O thu es nicht! Thuts nicht!
Sieh', Deine reinen, edlen Züge wiſſen
Noch nichts von dieſer unglückſel'gen That.
Bloß Deine Einbildung befleckte ſie,
Die Unſchuld will ſich nicht vertreiben laſſen
Aus Deiner hoheitblickenden Geſtalt. Schiller.
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Der Schreiber des großen Rathes ſchien noch nicht Faſſung genug erlangt zu haben, um auf dem Wege durch die Gänge und Galerien des Schloſſes die vielen Fragen ſeines Erretters zu beantworten. Er zitterte noch an allen Gliedern, ſeine Kniee wankten, und oft drehte er ſich um und ſchaute mit verwirrten Blicken hinter ſich, als fürchte er, den Herzog moͤchte ſeine Gnade gereuen, und der gräuliche Kanzler im gelben Mantel möchte ihm nachſchleichen und ihn plötzlich am Genick packen. Auf Georgs Zimmer angekommen, ſank er erſchöpft auf einen Stuhl, und es verging noch eine gute Weile, ehe er geordnet zu denken und zu antwor⸗ ten vermochte.
„Eure Politika, Vetter, hat Euch einen ſchlimmen Streich geſpielt,“ ſagte Georg;„was fällt Euch aber auch ein, in Stuttgart als Volksredner auftreten zu wollen? Wie konntet Ihr überhaupt nur Eure bequeme


