91 Haushaltung, die ſorgſame Pflege der Amme und die Nähe der holden Bertha fliehen, um hier dem Statt⸗ halter zu dienen?“
„Ach! Sie iſt es ja gerade, die mich in den Tod geſchickt hat. Bertha iſt an Allem ſchuld. Ach, daß ich nie mein Ulm verlaſſen hätte! Mit dem erſten Schritte über unſere Markung fing mein Jammer an.“
„Bertha hat Euch fortgeſchickt?“ fragte Georg. „Wie, ſeid Ihr nicht zum Ziele Eurer Bemühungen gelangt? Sie hat Euch abgewieſen, und aus Verzweif⸗ lung ſeid Ihr—“
„Gott behüte! Bertha iſt ſo gut als meine Braut. Ach, das iſt gerade der Jammer! Wie Ihr von Ulm abgezogen waret, bekam ich Händel mit Frau Sabina, der Amme. Da entſchloß ich mich, und hielt bei meinem Oheim um das Bäschen an. Nun habt Ihr aber dem Mädchen durch Euer kriegeriſches Weſen gänzlich den Kopf verrückt. Sie wollte, ich ſolle vorher zu Feld ziehen, und ein Mann werden wie Ihr.— Dann wolle ſie mich heirathen. Ach, Du gerechter Gott!“
„Und da ſeid Ihr förmlich zu Feld gezogen gegen Würtemberg? Welche kühne Gedanken das Mädchen hat!“
„Bin zu Feld gezogen; die Strapazen vergeſſe ich in meinem Leben nicht! Mein alter Johann und ich rückten mit dem Bundesheer aus. Das war ein Jam⸗ mer! Mußten oft täglich acht Stunden reiten. Die Kleider kamen in Unordnung, Alles wurde beſtaubt und unſauber, der Panzer drückte mich wund. Ich hielt es nicht mehr aus, und Johann ief heim nach Ulm; da


