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Becher aus. Der Herzog aber lächelte ſchmerzlich und
gab Marx Stumpf einen Wink, fortzufahren.
„So thaten ſie ſich gütlich bis in die Nacht und zechten, bis ſie rothe Köpfe bekamen und taumelten; ich ſtand nicht ferne und keine ihrer verrätheriſchen Reden entging mir. Als ſie aufbrachen, nahm der Truchſes den Stadion bei der Hand.„„Herr Bru⸗ der,““ ſagte er,„„in Eurem Keller iſt ein guter Wein; laſſet uns bald ein, daß wir ihn trinken.“* Jener aber lachte darüber, ſchüttelte ihm die Hand und ſagte:„Kommt Zeit, kommt Rath.““ Wie ich nun ſah, daß die Sachen alſo ſtehen, beſchloß ich mit Gott, mein Leben dran zu ſetzen und in die Burg zu den Verräthern zu gehen. Ich ging hinaus bis in die Grafenhalde, wo der kleinere unterirdiſche Gang be⸗ ginnt. Ungeſehen ſtieg ich hinab und drang bis in die Mitte. Dort hatten ſie das Fallgatter herabge⸗ laſſen und einen Knecht hingeſtellt. Er legte auf mich an, als er mich durch die Finſterniß kommen hörte, und fragte mich nach der Loſung. Ich ſprach, wie Ihr befohlen, das Loſungswort Eures tapfern Ahnherrn, Eberhards im Bart:„Atempto;“ der Kerl machte große Augen, zog aber das Gatter auf und ließ mich durch. Jetzt ging ich ſchnellen Schrittes weiter vor und kam heraus im Keller. Ich ſchöpfte einige Augen⸗ blicke Luft, denn der Athem war mir ſchier ausgeblie⸗ ben in dem engen Gang.“
„Armer Marr! geh, trink einen Becher, das Reden wird Dir ſchwer,“ ſagte Ulerich. Willig befolgte Jener
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