12 3 hätte hier den Stadion, dort vielleicht Georg von Hewen genannt!“.
„Im Brieflein ſtand auch noch weiter, daß Euer Durchlaucht vielleicht Entſatz bringen, oder, wenn dies nicht mäglich, auf geheimen Wegen in die Burg ſich begeben wollen. Die Bündiſchen ſprachen Mancherlei hierüber. Sie waren aber darin einig, daß man die Beſatzung zu einem Vergleich bringen müſſe, ehe Ihr heranrucktet oder gar ins Schloß kämet. Denn dann, meinten ſie, könnten ſie noch lange belagern müſſen. Wie ich nun dies Alles hörte, ſchien es mir nicht ge⸗ rathen, durch den gebeimen Weg geradezu in die Burg zu gehen und mich zu entdecken; denn wie leicht konnte Stadion ſchon die Oberhand gewonnen haben, und dann war ich verrathen. Ich beſchloß, den Tag noch zu warten; hörte ich bis Samstag früh nichts Schlim⸗ meres über die Beſatzung, ſo wollte ich ins Schloß dringen und Ew. Durchlaucht Schreiben übergeben. Ich ſtreifte im Lager und in der Stadt umher, und Niemand bielt mich an; auch ſuchte ich mich immer in der Nähe der Oberſten zu halten; ſo kam der Nach⸗ mittag.“
„Das war noch Freitags, an dem Feſt?“ fragte Lichtenſtein.
„Am heiligen Freitag war's. Nachmittags um drei Uhr ritt Georg von Frondsberg mit etlichen andern Hauptleuten vor die Stadtpforte an dem Schloß und ſchrie hinauf, ob ſie im Schloſſe bauen? Ich ſtand nicht weit davon und ſah, wie Stadion auf den Wall kam und antwortete: Nein, denn es wäre wider den


