Teil eines Werkes 
17. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
Einzelbild herunterladen

fünfzehn Jahren im Lanzenſtechen zu Nürnberg von der Mähre warf.

Saht Ihr nicht auch den Hauptmann Hans u von Breitenſtein? unterbrach ihn Georg.

Breitenſtein? daß ich nicht wüßte; doch ja, ſo hieß wohl Jener, der den Hammelſchlegel auf einen Sitz verzehrte. Jetzt fingen ſie an, von der Belage⸗ rung zu reden und vom Waffenſtillſtand. Sie ſprachen hin und her, oft flüſterten ſie auch unter einander, doch ich habe gute Ohren und vernahm, was mir nicht lieb war. Der Truchſes nämlich erzählte, daß er einen Pfeil in die Burg habe ſchießen laſſen, mit einem Brieflein an Ludwig von Stadion. Es muß dies ſchon mehremal geſchehen ſein, denn die Ritter verwunderten ſich nicht, als er weiter fortfuhr und ſagte, wie er auf demſelben Weg eine Antwort erhalten habe.

Des Herzogs Srtirne verfinſterte ſich.Ludwig von Stadion! rief er ſchmerzlich.Ich hätte Häuſer auf ihn gebaut! Er war mir ſo lieb, ich that ihm Alles, was ich ihm an den Augen anſehen konnte er hat mich zuerſt verrathen? 2

Im Brieflein ſtand, daß er, der Stadion, und noch zwölf Andere der Fehde müde, auch ſchon halb und halb Willens ſeien, ſich zu ergeben; Georg von Hewen aber habe ihnen abgerathen.

»uUm den hab ich's nicht verdient, ſagte Ulerich; vich war ihm gram, weil er mich oft getadelt hat, wenn ich nicht nach ſeinem Sinne that. Wie man ſich irren kann in den Menſchen! Hätte man mich gefragt, wer mich verrathen würde und wer dagegen ſpreche, ich