Teil eines Werkes 
17. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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trat ich ein und ſetzte mich zum Weine. Die Bündiſchen Ritter, ſo erfuhr ich unterwegs, kehrten oft dort ein, daher ſchien mir dies der beſte Platz zu meinem Zweck.

Ihr wagtet viel, unterbrach ihn Herr von Lich⸗

tenſtein;wie leicht konnten Leute da ſein, die Euch

abkaufen wollten, und da wäre der Krämer bald ent⸗ deckt geweſen!

Ihr vergeßt, daß es Feſttag war, entgegnete Jener;ich hatte alſo guten Grund, mein Bündel nicht auszupacken und anzupreiſen nach Krämerſitte. Doch ſo leicht wäre ich wohl nicht entdeckt worden, habe ich doch an Georg von Frondsberg ein Büchslein mit Wundbalſam verkauft! Weiß Gott, ich hätte lieber mit ihm geſtritten, daß er es gleich hätte brau⸗ chen können. Es war noch das Hochamt in der Kirche, daher war Niemand in der Herberge; vom Wirth aber erfuhr ich, daß die Ritter im Schloß einen Waffenſtillſtand bis Oſtermontag früh gemacht haben. Als die Kirche aus war, kamen richtig, wie ich mir gedacht hatte, viele Ritter und Herren in die Herberge zum Frühtrunk. Ich ſetzte mich in einen Winkel auf die Ofenbank, wie es armen Leuten geziemt in Gegen⸗ wart ſo großer Herren.

Wen ſahſt Du dort? fragte der Herzog.

Ich kannte Einige, Andere errieth ich aus dem Geſpräch, das ſie führten. Es war Frondsberg, Alban von Cloſen, die Huttiſchen, Sickingen und noch Viele; bald trat auch der Truchſes von Waldburg ein. Ich zog die Kappe tiefer ins Geſicht, als ich ihn ſah, denn er wird noch nicht vergeſſen haben, wie ich ihn vor