Teil eines Werkes 
17. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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ihn geſehen; ſah er ſo recht aus, wie ein ſchäbiger, fil⸗ ziger Krämer? Wie?

Ich denke, er hat ſeine Rolle gut geſpielt, ant⸗ wortete der junge Mann lächelnd.

Von Pfullingen zog ich Abends noch fürbas bis nach Reutlingen. Dort war in der Weinſtube ein gan⸗ zer Trieb Bündiſcher: Augsburger, Nürnberger, Ulmer, alle mögliche Städtler, und jubelirten mit den Reut⸗ lingern, daß man die Hirſchgeweihe wieder von ihren Wappen genommen, die Ihr ihnen auggeſetzt habt. Sie ſchimpften und ſangen Sporttieder über Euch, die vbewieſen, wie ſehr ſie Euch noch immer fürchten. Am

Charfreitag früh ging ich nach Tübingen, das Herz

pochte mir, als ich das Burgholz herunter kam, und das ſchöne Neckarthal vor meinen Blicken lag, und die feſten Thürme und Zinnen von Tübingen vom Berg herüber ragten.

Der Herzog preßte die Lippen zuſammen, wandte ſich ab und ſah hinaus ins Weite. Der von Schweins⸗ berg hielt inne, und blickte theilnehmend auf ſeinen Herrn doch jener winkte ihm, fortzufahren.

Ich ſtieg hinab ins Thal und wandelte weiter nach Tübingen. Die Stadt war ſchon ſeit vielen Tagen von den Bündiſchen beſetzt, und nur wenige Truppen ſtan⸗ den mehr im Lager, das ſie über dem Ammerthal auf dem Berge geſchlagen hatten. Ich beſchloß, mich in die

Stadt zu ſchleichen, und hinzuhorchen, wie es mit dem

Schloß ſtehe, ehe denn ich auf dem geheimen Wege zur Beſatzung ginge. Ihr kennet die Herberge in der obern Stadt. uicht weit von der St. Georgenkirche; dort