Teil eines Werkes 
17. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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dieſen Gewaltigen zuerſt getroffen, wie er ihn tief in der Erde Schoos beſucht, welche Worte Jener zu ihm geſprochen, wie ſein ganzes Weſen ihn ſchon damals überraſcht und angezogen hatte; es war ihm unbe⸗ greiflich, daß er nicht längſt ſchon von ſelbſt auf dieſe Entdeckung gekommen war.

Eine geraume Weile wagte Niemand das Schwei⸗ gen zu brechen. Man hörte nur die tiefen Athemzüge des Herzogs und das Winſeln ſeines treuen Hundes. der ſein Unglück zu kennen und zu theilen ſchien. End⸗ lich winkte Lichtenſtein dem Ritter von Schweinsberg, ſie traten zu Ulerich, ſie faßten ſein Gewand und ſchienen ihn erwecken zu wollen; er blieb unbeweglich und ſtumm. Marie hatte weinend in der Ferne geſtan⸗ den, ſie nahte ſich jetzt mit unſicheren, zagenden Schrit⸗ ten, ſie legte ihre ſchöne Hand auf ſeine Schulter, ſie blickte ihn bange an, ſie faßte ſich endlich ein Herz und flüſterte:Herr Herzog! hie iſt noch gut Würtemberg, alle weg!l?

Ein tiefer Seufzer löste ſich aus ſeiner gepreßten Bruſt, aber ſeine Hände drückten ſich feſter auf die Au⸗ gen, er ſah nicht auf. Jetzt nahte auch Georg. Un⸗ willkürlich kam ihm der heldenmüthige Ausdruck dieſes Mannes in die Seele, jene gebietende Erhabenheit, die er ihm, als er ihn zum erſtenmal geſehen, gezeigt hatte; jedes Wort, das er damals geſprochen, kehrte wieder, und der junge Mann wagte es, zu ihm zu ſprechen! Warum ſo kleinmüthig, Mann ohne Namen: Si fracius illabatur orbis, impavitum ferient ruinae l Wie ein Zauber wirkten dieſe Worte auf Ulerich