Teil eines Werkes 
17. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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gefaßt, Herr! ſagte er.Die Botſchaft iſt nicht gut, die ich bringe. 4Wie, entgegnete Jener, indem die Röthe des Zornes über ſeine Wangen flog und die Ader auf ſeiner Stirne ſich zu heben begann.Wie, Du ſagſt, ſie zau⸗ dern, ſie ſchwanken? Es iſt nicht möglich, ſieh' Dich wohl vor, daß Du nichts übereiltes ſagſt; es iſt der Adel des Landes, von dem Du ſprichſt.

Und dennoch ſage ich es, antwortete Schweins⸗ berg, indem er einen Schritt weiter vortrat;im An⸗ geſichte vor Kaiſer und Reich will ich es ſagen, ſie ſind Verräther.

Du lügſt! ſchrie der Vertriebene mit ſchrecklicher Stimme.Verräther, ſagſt Du? Du lügſt. Wie wagſt Du es, vierzig Ritter ihrer Ehre zu berauben? Ha! geſtehe, Du lügſt.

Wollte Gott, ich allein wäre ein Ritter ohne Ehre, ein Hund, der ſeinen Herrn verläßt. Aber alle Vierzig haben ihren Eid gebrochen, Ihr habt Euer Land verloren. Herr Herzog! Tübingen iſt über.

Der Mann, dem dieſe Rede galt, ſank auf einen Stuhl am Fenſter; er bedeckte ſein Geſicht mit den Händen, feine Bruſt hob und ſenkte ſich, als ſuche ſie vergeblich nach Athem, und ſeine Arme zitterten.

Die Blicke Aller hingen gerührt und ſchmerzlich an ihm, vor allen Georgs, denn wie ein Blitz hatte der Name des Herzogs das Dunkel erhellt, in welchem ihm bisher dieſer Mann erſchienen war. Er war es ſelbſt, es war Ulerich von Würtemberg! In einem ſchnellen Fluge zog es an ſeiner Seele vorüber, wie er