6 nem Schlafe verfolgt! Was, ums Himmels Willen mag es bedeuten? u„Carmilhan!“ ſeufzte es noch einmal aus der Höhle herauf, als er ſchon mit einem Fuß die Spalte verlaſſen hatte, und er floh wie ein ge⸗ ſcheuchtes Reh ſeiner Hütte zu.
Wilm war indeſſen keine Memme; die Sache war ihm nur unerwartet gekommen, und ſein Geldgeiz war auch überdies zu mächtig in ihm, als daß ihn irgend ein Anſchein von Gefahr hätte abſchrecken können, auf ſeinem gefahrvollen Pfade fortzuwandern. Einſt als er ſpät in der Nacht beim Mondſchein der Höhle von Steenfoll gegenüber mit ſeiner Schaufel nach Schätzen fiſchte, blieb dieſelbe auf einmal an Etwas hängen. Er zog aus Leibeskräften, aber die Maſſe blieb unbeweg⸗ lich. Inzwiſchen erhob ſich der Wind, dunkle Wolken überzogen den Himmel, heftig ſchaukelte das Boot und drohte umzuſchlagen; aber Wilm ließ ſich nicht irre machen; er zog und zog, bis der Widerſtand aufhörte, und da er kein Gewicht fühlte, glaubte er, ſein Seil wäre gebrochen. Aber gerade, als die Wolken ſich über dem Monde zuſammenziehen wollten, erſchien eine runde, ſchwarze Maſſe auf der Oberfläche, und es er⸗ klang das ihn verfolgende Wort Carmilhan!] Haſtig wollte er nach ihr greifen, aber eben ſo ſchnell, als er den Arm darnach ausſtreckte, verſchwand ſie in der Dunkelheit der Nacht, und der eben losbrechende Sturm zwang ihn, unter den nahen Felſen Zuflucht zu ſuchen. Hier ſchlief er vor Ermüdung ein, um im
Schlafe, von einer ungezügelten Einbildungskraft ge⸗
peinigt, aufs Neue die Qualen zu erdulden, die ihn


