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ſein raſtloſes Streben nach Reichthum am Tage erlei⸗ den ließ. Die erſten Strahlen der aufgehenden Sonne fielen auf den jetzt ruhigen Spiegel des Meeres, als Falke erwachte. Eben wollte er wieder hinaus an die gewohnte Arbeit, als er von Ferne Etwas auf ſich zu⸗ kommen ſah. Er erkannte es bald für ein Boot, und in demſelben eine menſchliche Geſtalt; was aber ſein größtes Erſtaunen erregte, war, daß das Fahrzeug ſich ohne Segel oder Ruder fortbewegte, und zwar mit dem Schnabel gegen das Ufer gekehrt, und ohne daß die darin ſitzende Geſtalt ſich im geringſten um das Steuerruder zu bekümmern ſchien, wenn es je eins hatte. Das Boot kam immer näher und hielt endlich neben Wilms Fahrzeug ſtille. Die Perſon in demſel⸗ ben zeigte ſich jetzt als ein kleines, verſchrumpftes altes Männchen, das in gelbe Leinwand gekleidet und mit rother, in die Höhe ſtehender Nachtmütze, mit ge⸗ ſchloſſenen Augen, und unbeweglich wie ein getrockne⸗ ter Leichnam da ſaß. Nachdem er es vergebens ange⸗ rufen und geſtoßen hatte, wollte er eben einen Strick an das Boot befeſtigen und es wegführen, als das Männchen die Augen aufſchlug und ſich zu bewegen anfing, auf eine Weiſe, welche ſelbſt den kühnen Fiſcher mit Grauſen erfüllte.
„Wo bin ich?“ fragte es nach einem tiefen Seuf⸗ zer auf Holländiſch. Falke, welcher von den holländi⸗ ſchen Häringsfängern etwas von ihrer Sprache gelernt hatte, nannte ihm den Namen der Inſel und fragte, wer er denn ſei, und was ihn hieher gebracht.
„Ich komme, um nach dem Carmilhan zu ſehen.“


