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Anfangs zwar verlachte Falke dieſe Gerüchte, aber allmählig gefiel er ſich in dem Gedanken, daß irgend ein Geiſt ihm einmal einen Schatz verrathen könne, und er widerſprach nicht länger, wenn ihn ſeine Landsleute damit aufzogen. Er trieb zwar noch immer ſein Ge⸗ ſchäft fort, aber mit weniger Eifer, und verlor oft einen großen Theil der Zeit, die er ſonſt mit Fiſchfang oder andern nützlichen Arbeiten zuzubringen pflegte, in zweck⸗ loſem Suchen irgend eines Abenteuers, wodurch er plötzlich reich werden ſollte. Auch wollte es ſein Un⸗ glück, daß, als er eines Tages am einſamen Ufer ſtand und in beſtimmter Hoffnung auf das bewegte Meer hinausblickte, als ſolle ihm von dorther ſein großes Glück kommen, eine große Welle unter einer Menge losgeriſſenen Mooſes und Geſteins, eine gelbe Kugel — eine Kugel von Gold— zu ſeinen Füßen rollte.
Wilm ſtand wie bezaubert; ſo waren denn ſeine Hoffnungen nicht leere Träume geweſen, das Meer hatte ihm Gold, ſchönes reines Gold geſchenkt, wahr⸗ ſcheinlich die überreſte einer ſchweren Barre, welche die Wellen auf dem Meeresgrund bis zur Größe einer Flintenkugel abgerieben. Und nun ſtand es klar vor ſeiner Seele, daß einmal irgendwo an dieſer Küſte ein reich beladenes Schiff geſcheitert ſein müſſe, und daß er dazu erſehen ſei, die im Schooße des Meeres begra⸗ benen Schätze zu heben. Dies ward von nun an ſein einziges Streben; ſeinen Fund ſorgfältig, ſelbſt vor ſeinem Freunde verbergend, damit nicht auch Andere ſeiner Entdeckung auf die Spur kämen, verſäumte er alles Andere und brachte Tage und Nächte an dieſer


