12⁰0 dern erklärte ihm rund und deutlich, daß er keine Stunde länger bei ihm bleiben werde. Von Anfang erſchrak Kalum⸗Bek hierüber ſehr, dann aber lachte er höhniſch und ſprach:„Du Lump und Landläufer, Du ärmlicher Wicht! Wohin willſt Du denn Deine Zu⸗ flucht nehmen, wenn ich meine Hand von Dir abziehe? Wo willſt Du ein Mittageſſen bekommen, und wo ein Nachtlager?“
„Das ſoll Euch nicht bekümmern, Herr Kalum⸗ Bek,“ antwortete Said trotzig,„gehabt Euch wohl, mich ſohet Ihr nicht wieder!“.
Er ſprach es und lief zur Thür hinaus, und Ka⸗ lum⸗Bek ſchaute ihm ſprachlos vor Stannen nach. Den andern Morgen aber, nachdem er ſich den Fall recht überlegt hatte, ſchickte er ſeine Packknechte aus und ließ überall nach dem Flüchtling ſpähen. Lange ſuchten ſie umſonſt, endlich aber kam einer zurück und ſagte, er habe Said, den Ladendiener, aus einer Moſchee kommen, und in eine Karavanſerei gehen ſehen. Er ſei aber ganz verändert, trage ein ſchönes Kleid, einen Dolch und Säbel, und einen prachtvollen Turban.
Als Kalum⸗Bel dies hörte, ſchwur er und rief: „Beſtohlen hat er mich und ſich dafür gekleidet. O ich geſchlagener Mann!“ Dann lief er zum Aufſeher der Polizei, und da man wußte, daß er ein Verwandter von Meſſour, dem Oberkämmerling„ſei, ſo wurde es thm nicht ſchwer, einige Polizeidiener von ihm zu er⸗ langen, um Said zu verhaften. Said ſaß vor einer Karavanſerei und beſprach ſich ganz ruhig mit einem Kaufmann, den er da gefunden, über eine Reiſe nach


