Teil eines Werkes 
12. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
Einzelbild herunterladen

110

noſſen weiter, ohne weder Shawl noch Schleier zu kaufen.

„O Du Stern aller Ladendiener, Du Krone des

Bazar!“ rief Kalum, als er ſeinen Diener in den La⸗ den führte:„Wahrlich, das heiße ich zu rechter Zeit kommen, das nenne ich die Hand ins Mittel legen; lag doch der Burſche auf dem Boden, als ob er nie auf den Beinen geſtanden wäre, und ich— ich hätte keinen Barbier mehr gebraucht, um mir den Bart kämmen und ſalben zu laſſen, wenn Du nur zwei Minuten ſpäter kamſt; womit kann ich es Dir vergelten?“

Es war nur das ſchnelle Gefühl des Mitleids ge⸗ weſen, was Saids Hand und Herz regiert hatte; jetzt, als dieſes Gefühl ſich legte, reute es ihm faſt, daß er die gute Züchtigung dem boſen Mann erſpart hatte; ein Dutzend Barthaare weniger, dachte er, hätten ihn auf zwölf Tage ſanft und geſchmeidig gemacht; er ſuchte aber dennoch die günſtige Stimmung des Kaufmanns zu benutzen und erbat ſich von ihm zum Dank die Gunſt, alle Wochen einen Abend für ſich benützen zu dürfen zu einem Spaziergang, oder zu was es auch ſei. Kalum gab es zu; denn er wußte wohl, daß ſein ge⸗ zwungener Diener zu vernünftig ſei, um ohne Geld und gute Kleider zu entfliehen.

Bald hatte Said erreicht, was er wollte. Am näch⸗ ſten Mittwoch, dem Tag, wo ſich die jungen Leute aus den vornehmſten Ständen auf einem öffentlichen Platz der Stadt verſammelten, um ihre kriegeriſchen übungen zu halten, ſagte er zu Kalum, er wolle dieſen Abend für ſich benützen, und als dieſer es erlaubt hatte, ging