Teil eines Werkes 
12. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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fragte Said beſtürzt.„Werden ſie mich nicht unter⸗ wegs tödten?“

„Davor ſchützt Dich der Eid, den ſie mir ſchwören müſſen, und den noch keiner gebrochen hat,“ erwiderte Selim mit großer Ruhe. Einige Tage nachher kehrten die Männer ins Lager zurück und Selim hielt ſein Verſprechen. Er ſchenkte dem Jüngling Waffen, Klei⸗ der und ein Pferd, verſammelte die ſtreitbaren Männer, wählte fünf zur Bekleidung Saids aus, ließ ſie einen furchtbaren Eid ablegen, daß ſie ihn nicht tödten wol⸗ len, und entließ ihn dann mit Thränen.

Die fünf Männer ritten finſter und ſchweigend mit Said durch die Wüſte; der Jüngling ſah, wie ungern ſie den Auftrag erfüllten, und es machte ihm nicht we⸗ nig Beſorgniß, daß zwei von ihnen bei jenem Kampf zugegen waren, wo er Almanſor tödtete. Als ſie etwa acht Stunden zurückgelegt hatten, hörte Said, daß ſie unter einander flüſterten, und bemerkte, daß ihre Mie⸗ nen noch düſterer wurden, als vorher. Er ſtrengte ſich an, aufzuhorchen, und vernahm, daß ſie ſich in einer Sprache unterhielten, die nur von dieſer Horde und im⸗ mer nur bei geheimnißvollen oder gefährlichen Unter⸗ nehmungen geſprochen wurde; Selim, der den Plan gehabt hatte, den jungen Mann auf immer in ſeinem Zelt zu behalten, hatte ſich manche Stunde damit ab⸗ gegeben, ihn dieſe geheimnißvollen Worte zu lehren; aber es war nichts Erfreuliches, was er jetzt vernahm.

„Hier iſt die Stelle,“ ſprach Einer,„hier griffen wir die Karavane an, und hier fiel der tapferſte Mann von der Hand eines Knaben.“