86
Gefährten, als man dunkle Schatten am fernſten Ende der Wüſte bemerkte; die Einen hielten es für Sandhügel, die Andern für Wolken, wieder Andere für eine neue Karavane; aber der Alte, der ſchon mehre Reiſen gemacht hatte, rief mit lauter Stimme, ſich vorzuſehen, denn es ſei eine Horde räuberiſcher Araber im Anzug. Die Männer griffen zu den Waffen, die Weiber und die Waaren wurden in die Mitte genommen, und Alles war auf einen Angriff gefaßt. Die dunkle Maſſe bewegte ſich langſam über die Ebene her und war an⸗ zuſehen wie eine große Schaar Störche, wenn ſie in ferne Länder ausziehen. Nach und nach kamen ſie ſchneller heran, und kaum hatte man Männer und Lanzen unterſchieden, als ſie auch ſchon mit Windes⸗ eile herbeiſtürmten und auf die Karavane einhieben. Die Männer wehrten ſich tapfer, aber die Räu⸗ ber waren über vierhundert Mann ſtark, umſchwärm⸗ ten ſie von allen Seiten, tödteten viel aus der Ferne her und machten dann einen Angriff mit der Lanze. In dieſem furchtbaren Augenblick fiel Said, der immer unter den Vorderſten wacker geſtritten hatte, ſein Pfeifchen ein, er zog es ſchnell hervor, ſetzte es an den Mund, blies und— ließ es ſchmerzlich wieder ſinken, denn es gab auch nicht den leiſeſten Ton von ſich. Wüthend über dieſe grauſame Enttäuſchung zielte er und ſchoß einen Araber, der ſich durch ſeine prachtvolle Kleidung auszeichnete, durch die Bruſt; jener wankte und fiel vom Pferd. „Allah! was habt Ihr gemacht, junger Menſch!“ rief der Alte an ſeiner Seite.„Jetzt ſind wir Alle


