Teil eines Werkes 
12. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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bernes Pfeiſchen, das Du um den Hals an einer gol⸗ denen Kette, ſo fein wie Seide trugſt.„„Die gütige Frau, von welcher ich Dir einſt erzählte, iſt da gewe⸗ ſen,““ ſprach Deine Mutter,„„ſie hat Deinem Kna⸗ ben dieſes Angebinde gegeben.““„„Das war alſo die Hexe, die das Wetter ſchön machte und dieſen Roſen⸗ und Nelkenduft hinterließ?““ ſprach ich lachend und unglaubig. Aber ſie hätte etwas Beſſeres beſcheeren können, als dieſes Pfeiſchen; etwa einen Beutel voll Gold, ein Pferd oder dergleichen. Deine Mutter be⸗ ſchwor mich, nicht zu ſpotten, weil die Feen leicht er⸗ zürnt ihren Segen in Unſegen verwandeln.

„Ich that es ihr zu Gefallen und ſchwieg, weil ſie krank war, wir ſprachen auch nicht mehr von dem ſon⸗ derbaren Vorfall bis ſechs Jahre nachher, als ſie fühlte, daß ſie, ſo jung ſie noch war, ſterben müſſe. Da gab ſie mir das Pfeifchen, trug mir auf, es einſt, wenn Du zwanzig Jahre alt ſeieſt, Dir zu geben, denn keine Stunde zuvor dürfe ich Dich von mir laſſen. Sie ſtarb. Hier iſt nun das Geſchenk,“ fuhr Benezar fort, indem er ein ſilbernes Pfeiſchen an einer langen goldenen Kette aus einem Käſtchen hervorſuchte,„und ich gebe es Dir in Deinem achtzehnten, ſtatt in Deinem zwan⸗ zigſten Jahr, weil Du abreiſeſt, und ich vielleicht, ehe Du heimkehrſt, zu meinen Vätern verſammelt werde. Ich ſehe keinen vernünftigen Grund ein, warum Du noch zwei Jahre hier bleiben ſollſt, wie es Deine be⸗ ſorgte Mutter wünſchte. Du biſt ein guter und ge⸗

ſcheiter Junge, führſt die Waffen ſo gut, als Einer von vierundzwanzig Jahren, daher kann ich Dich heute