Teil eines Werkes 
12. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
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ſetzte ſich mit ihrer Kammerfrau aufs Bette, und die zwei Bedienten hielten bei ihr Wache. Die früheren Gäſte aber und der Jäger ſetzten ſich im Zimmer des Studenten um den Tiſch und beſchloſſen die Gefahr zu erwarten. Es mochte jetzt etwa zehn Uhr ſein, im Hauſe war Alles ruhig und ſtill, und noch machte man keine Miene, die Gäſte zu ſtören. Da ſprach der Zir⸗ kelſchmied:„Um wach zu bleiben wäre es wohl das Beſte, wir machten es wieder wie zuvor. Wir erzählten nämlich, was wir von allerlei Geſchichten wiſſen, und wenn der Herr Jäger nichts dagegen hat, ſo könnten wir weiter fortfahren.“ Der Jäger aber hatte nicht nur nichts dagegen einzuwenden, ſondern um ſeine Bereitwilligkeit zu zeigen, verſprach er, ſelbſt etwas zu erzählen. Er hub an:

Said’s Schickſale.

Zur Zeit Harun Al Raſchids, des Beherrſchers von Bagdad, lebte ein Mann in Balſora, mit Namen Benezar. Er hatte gerade ſo viel Vermögen, um für ſich bequem und ruhig leben zu können, ohne ein Ge⸗ ſchäft oder einen Handel zu treiben. Auch als ihm ein Sohn geboren wurde, ging er von dieſer Weiſe nicht ab.„Warum ſoll ich in meinem Alter noch ſchachern und handeln,“ ſprach er zu ſeinen Nachbarn, um viel⸗ leicht Said, meinem Sohn, tauſend Goldſtücke mehr hinterlaſſen zu können, wenn es gut geht, und geht es ſchlecht, tauſend weniger? Wo Zwei ſpeiſen wird auch ein Dritter ſatt, ſagt das Sprüchwort, und wenn er nur ſonſt ein guter Junge wird, ſoll es ihm an nichts