Teil eines Werkes 
12. Bändchen (1846) Sämmtliche Werke
Entstehung
Einzelbild herunterladen

69

Köhlerhütte wohnte und an den Anblick berußter Leute ſo gewöhnt war, als jede Müllerin an das Mehlgeſicht ihres Mannes, ſo war ſie doch eitel genug, ſobald ihr Peter ein glänzenderes Loos zeigte, ihren früheren Stand zu verachten und ſprach:„Ja, als Mutter eines Mannes, der eine Glashütte beſitzt, bin ich doch was anderes als Nachbarin Grete und Bete, und ſetze mich in Zukunft vornehin in der Kirche, wo rechte Leute ſitzen.“ Ihr Sohn aber wurde mit den Erben der Glashütte bald Handels einig. Er behielt die Arbeiter, die er vor⸗ fand, bei ſich und ließ nun Tag und Nacht Glas ma⸗ chen. Anfangs gefiel ihm das Handwerk wohl. Er pflegte gemächlich in die Glashütte hinabzuſteigen, ging dort mit vornehmen Schritten, die Hände in die Ta⸗ ſchen geſteckt, hin und her, guckte dahin, guckte dorthin, ſprach dies und jenes, worüber ſeine Arbeiter oft nicht wenig lachten, und ſeine größte Freude war, das Glas blaſen zu ſehen, und oft machte er ſich an die Arbeit und formte aus der noch weichen Maſſe die ſonderbar⸗ ſten Figuren. Bald aber war ihm die Arbeit entleidet, und er kam zuerſt nur noch eine Stunde des Tages in die Hütte, dann nur alle zwei Tage, endlich die Woche nur einmal, und ſeine Geſellen machten was ſie woll⸗ ten. Das Alles kam aber nur vom Wirthshauslaufen. Den Sonntag, nachdem er vom Tannenbühl zurückge⸗ kommen war, ging er ins Wirthshaus, und wer ſchon auf dem Tanzboden ſprang, war der Tanzbodenkönig, und der dicke Czechiel ſaß auch ſchon hinter der Maas⸗ kanne und knöchelte um Kronenthaler. Da fuhr Peter ſchnell in die Taſche, zu ſehen, ob ihm das Glasmänn⸗